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Die Strom- und Gaspreisentwicklung in Deutschland - Ausgangslange, Ursachen und Prognose

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(vom 17.01.2022)

Die Strompreisentwicklung

Atom- und Kohleausstieg sowie das Vorantreiben der Energiewende haben den Strommarkt verändert und lassen den Strompreis fast kontinuierlich ansteigen: Während der Strompreis im Jahr 2000 noch bei 13,94 Cent pro Kilowattstunde (kWh) lag, betrug er 2020 mit 31,81 Cent pro kWh mehr als doppelt so viel. Im vergangenen Jahr lag der durchschnittliche Strompreis für Haushalte in Deutschland bei 31,89 Cent pro kWh.

Status Quo

Der Anstieg des Strompreises in Deutschland ist vor allem auf die staatlichen Belastungen zurückzuführen. Steuern, Umlagen und Abgaben machen über 50 % des Strompreises aus und sind seit 1998 um fast 300 % gestiegen. Den größten Anteil macht die EEG-Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien aus. Der Betrag dafür ist seit seiner Einführung im Jahr 2003 (mit 0,41 Cent pro kWh) bis 2021 (mit 6,5 Cent pro kWh) deutlich angestiegen. Die EEG-Umlage ändert sich jedes Jahr in Abhängigkeit von:  

  • wie teuer die Kilowattstunde Strom an der Börse ist,
  • auf wie viele Stromverbraucher sich die EEG-Umlage aufteilt und
  • welche Kosten für die Produktion des Stroms anfallen.

Im aktuellen Jahr ist die EEG-Umlage zwar wieder auf 3,723 ct/kWh Cent pro kWh gesunken, die übrigen gesetzlichen Belastungen sind jedoch leicht angestiegen.

Prognose: Strompreisentwicklung 2022

Der Strompreis wird 2022 auf ein extrem hohes Niveau steigen, trotz Entlastung bei der EEG-Umlage. Den größten Einfluss auf die Strompreisentwicklung dieses Jahr werden die Börsenpreise haben. Die Strompreise an der EEX in Leipzig haben sich gegenüber dem Vorjahresniveau fast verdreifacht.

Mit der aktuellen angespannten Situation am Gasmarkt schießen auch die Preise an der Strombörse in die Höhe. Die Gasspeicher sind leer, die Nachfrage auf dem Gasmarkt steigt und die Liefermengen aus Russland bleiben noch länger gering. Das macht den Gaspreis und damit wird die Stromgewinnung aus Gas teurer.

Geringes Windaufkommen im vergangenen Herbst stärkte die Nachfrage nach fossiler Energie, was bei steigenden Preisen für CO2-Zertifikate wiederum die Strompreise dieses Jahr treibt. Zusätzlich ist der CO2-Markt durch die hohe Volatilität attraktiv für spekulative Marktteilnehmer und treibt ebenfalls die Preise nach oben.

Die Gaspreisentwicklung

Im Herbst 2021 stiegen die Gaspreise in Deutschland und ganz Europa spürbar an – zahlreiche Gasanbieter haben zum Jahreswechsel ihre Gaspreise weiter angepasst.

Hintergründe:

1. CO2-Bepreisung

Bereits seit Januar 2021 gibt es die sogenannten CO2-Kosten. Diese hat die Bundesregierung als Teil des Klimapakets eingeführt, um die Kosten der schädlichen Klimaauswirkungen im Gaspreis zu berücksichtigen. Die Abgabe ist von den CO2-Emissionen abhängig und betrug im vergangenen Jahr 25 EUR/Tonne CO2. Im laufenden Jahr beträgt sie 30 EUR und bis 2025 steigt sie auf 55 EUR an. Der Gaspreis ist alleine dadurch bereits um 0,54 Cent pro Kilowattstunde in 2021 und weitere 0,1 Cent in 2022 angestiegen. Auch in den nächsten Jahren wird die Abgabe für eine stetige Erhöhung des Gaspreises sorgen.

2. Höhere Netzentgelte

Preistreibend wirkten 2021 auch die Netzentgelte. Denn die Gebühren, die Gasnetzbetreiber für Wartungs- und Ausbauarbeiten am Gasnetz erheben, stiegen im Durchschnitt um 2 % an.

3. Stark steigende Nachfrage nach Erdgas

Es besteht eine hohe Nachfrage nach Erdgas aus China. Dies liegt zum einen an dem enormen wirtschaftlichen Nachholbedarf nach der Corona Krise, zum anderen an dem Handelskonflikt zwischen China und Australien. In Deutschland gibt es außerdem eine hohe Nachfrage nach Kohle und Erdgas zur Stromerzeugung. Diess liegt daran, dass es im vergangenen Jahr zu wenig Wind gab und der Ausstieg aus der Kernenergie bereits begonnen hat

4. Leere Speicher

Nach dem vergleichsweise kalten Winter 2020/21 sind die Gasspeicher in Europa nicht wieder komplett aufgefüllt worden – in Deutschland waren sie im Herbst mit weniger als zwei Dritteln gefüllt. Zum Vergleich: Im Herbst 2020 lag der Füllstand noch bei gut 94 % und auch in den Jahren zuvor waren die Speicher vor Beginn der Heizsaison deutlich besser gefüllt. Warum in den Speichern derzeit weniger Gas als üblich ist, lässt sich nicht eindeutig sagen. Mögliche Ursachen für die leeren Speicher sind Ausfälle und Wartungsarbeiten an der Gas-Infrastruktur in Europa und das Auslaufen der Erdgasproduktion in den Niederlanden.

5. Großhandelspreise explodieren auf nie gekanntes Niveau

Noch im Frühjahr 2020 war das Gas verhältnismäßig günstig. Doch seit dem Winter 2020/2021 hat sich dies stark verändert: Allein im Zeitraum von Januar bis Juli 2021 stieg der Preis an den Gasbörsen wegen der vorstehenden genannten Einflüsse um 42 % und pendelte sich im Sommer 2021 auf einem hohen Niveau ein, bevor er auf den Winter hin geradezu explodierte und sich vervierfachte. Es wird davon ausgegangen, dass sich dieser Trend auch in naher Zukunft nicht umkehrt und die Gaspreise weiterhin steigen werden.

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