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Weltwassertag 2021

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(vom 15.03.2021)

Johannes Rabatscher,
Teamleiter Anlagen bei der e.wa riss

Jedes Jahr am 22. März rufen die Vereinten Nationen zum Weltwassertag auf. Dieses Jahr steht der Weltwassertag unter dem Motto: „Valuing Water“ – „Wert des Wassers“. Mit diesem Motto möchten die Vereinten Nationen die Menschen dazu aufrufen, sich Gedanken über die lebenswichtige Bedeutung von Wasser und seinen Wert zu machen. Dies geht weit über den finanziellen Aspekt hinaus und umfasst auch den ökologischen, sozialen sowie kulturellen Wert von Wasser.
Die e.wa riss, Energie- und Wasserversorger aus Biberach, bietet am Weltwassertag normalerweise Führungen durch deren Wasserwerk Lindele und Pumpwerk Wolfental an. Dieses Jahr sind Führungen aufgrund von Corona leider nicht möglich. Deshalb haben wir uns mit Johannes Rabatscher, verantwortlich für die Wasseranlagen bei der e.wa riss, zum Interview verabredet:

Das diesjährige Motto des Weltwassertags heißt „Valuing Water“ – „Wert des Wassers“. Was bedeutet das für Sie?
Unser Trinkwasser ist das Lebensmittel Nummer eins. Es kann durch nichts ersetzt werden. Deshalb ist es umso wichtiger, den Wert des Wassers nicht nur in Euro zu beschreiben, sondern drauf aufmerksam zu machen, wie lebensnotwendig es ist und was ein Einzelner beitragen kann, es zu schützen. Jeder sollte Zugang zu sauberem Trinkwasser haben und so viel bekommen, wie er benötigt. Dabei ist es wichtig, konkurrierende Wassernutzer gemeinsam an einen Tisch zu bringen, um alle Bedürfnisse abzudecken, ohne die Ressource Grundwasser nachhaltig zu schädigen. Nur gemeinsam schaffen wir das.

Haben Sie das Gefühl, die Bevölkerung schätzt das Gut „Wasser“ zu wenig?
Es ist für uns so selbstverständlich geworden, dass zu jeder Zeit sauberes Trinkwasser aus dem Wasserhahn kommt. Das soll ja auch so sein. Wenn ein Produkt aber jederzeit verfügbar ist, dann ist das Bewusstsein für die Bedeutung der Ressource sauberes Trinkwasser nicht immer präsent. Wir als Wasserversorger tragen Sorge dafür, dass Trinkwasser zu jederzeit ausreichend und in bester Qualität geliefert wird. Deshalb ist der Weltwassertag immer eine schöne Gelegenheit, uns bewusst zu machen, wie wertvoll unser Trinkwasser ist und was im Hintergrund geschieht. Wasser ist eine begrenzte Ressource, mit der wir bewusst und sorgfältig umgehen sollten.

Wie kann aus Ihrer Sicht jeder Einzelne dazu beitragen, unser wertvolles Trinkwasser zu erhalten und zu schützen?
Ich sehe es als enorm wichtig an, unserer Natur weder Müll noch Schadstoffe zuzuführen. Jeder Einzelne sollte darauf achten, jegliche Art von Müll vorschriftgemäß zu entsorgen und sonstigen Schadstoffeintrag in unsere Natur zu unterlassen. Oft werden die Auswirkungen eines solchen Fehlverhaltens erst Jahrzehnte später sichtbar, dann aber umso heftiger. Wir können nur gemeinsam dafür sorgen, dass unser Grundwasser sauber bleibt. Das Wichtigste ist erst einmal, das Bewusstsein dafür zu entwickeln, wie wertvoll Wasser eigentlich ist. Das fängt schon damit an, dass wir bereits unseren Kleinsten beibringen, wie man verantwortungsvoll mit unserem Trinkwasser umgeht.

Wie viele Menschen versorgt die e.wa riss mit Trinkwasser und woher kommt dieses?
Wir versorgen derzeit mehr als 33.000 Einwohner mit Trinkwasser. Unser Versorgungsgebiet umfasst Biberach und die Teilorte, die Gemeinde Warthausen und Aßmannshardt. Wir fördern unser Trinkwasser größtenteils aus den Grundwasservorräten in Appendorf und dem Wolfental. Zusätzlich beziehen wir Trinkwasser von umliegenden Wasserversorgungszweckverbänden. Für Notfälle gibt es einen Maßnahmenplan, der unter anderem weiteren Wasserbezug von Umlandversorgern vorsieht.

Wie sorgen Sie dafür, dass Wasser immer in bester Qualität aus unserem Wasserhahn kommt?
Bevor unser Trinkwasser aus dem Hahn kommt, durchläuft es strenge Analysen und Kontrollen. Die Anforderungen sind in vielerlei Hinsicht höher als die an Mineralwasser. Im Wasserwerk Lindele wird das aus dem Wolfental gewonnene Wasser mittels Ozon aufbereitet und gefiltert. Das Ozon bleibt dabei nur eine kurze Zeit im Wasser, bevor es wieder im Prozess der Aufbereitung ausgast. In unseren mikrobiologischen Analysen haben wir schon seit Jahren keine Bakterien mehr im Rohwasser gefunden. Hier zahlt sich die Sanierung der Quellfassung Wolfental von Drainage-Galerien bis Pumpwerk aus. Im Quellgebiet haben wir vor einigen Jahren sogenannte Drainage-Galerien gebaut, damit das ankommende Grundwasser gefasst und so dem Pumpwerk zugeführt werden kann. Außerdem ist seit 2019 unser neues Pumpwerk im Einsatz.

Darüber hinaus nehmen wir regelmäßig Wasserproben im gesamten Netz und lassen diese im Labor untersuchen. Wir sind technisch und digital sehr gut aufgestellt. Über unser zentrales Leitsystem erkennen wir z.B. auch Wasserrohrbrüche. Werden bestimmte Grenzwerte überschritten, schlägt das System Alarm und informiert uns sofort. Unser Bereitschaftsdienst, der unter 07351 – 9030 erreichbar ist, rückt dann, egal zu welcher Tageszeit aus. Das Team prüft, ob ein Schaden an einer Leitung oder Anlage vorliegt. Zum Teil bekommen wir auch Meldungen von Kunden, die auf der Straße einen Rohrbruch bemerken. Dafür sind wir sehr dankbar.

Damit das Trinkwasser zu Hause auch sauber aus dem Wasserhahn kommt, habe ich noch ein paar Tipps: Die letzten Meter ab der Wasseruhr zum Wasserhahn beeinflussen die Wasserqualität enorm. Deshalb sollte die Hausinstallation technisch fehlerfrei ausgeführt, gewartet sowie intakt sein. Auch die Perlatoren, die Zerstäuber vorne am Wasserhahn, müssen regelmäßig gereinigt werden. Ich empfehle, das Wasser für ungefähr zehn Sekunden aus dem Hahn laufen zu lassen, bevor man es trinkt. Auf diese Weise spült man den Hahn. Denn dieser ist am ehesten vorne am Perlator mit Keimen aus der Umgebungsluft behaftet.

Vor welchen Herausforderungen stehen Sie als Wasserversorger derzeit?
Eine unserer größten Herausforderungen derzeit ist es, qualifiziertes Personal für unseren Trinkwasserbereich zu finden und dieses regelmäßig weiterzubilden. Die Vorschriften und Regelwerke zur Wasserversorgung wurden in den letzten Jahren immer vielschichtiger und komplexer, was auf der anderen Seite natürlich auch gut und sinnvoll ist. Außerdem betrifft uns auch der Klimawandel. Die Sommer werden trockener, die Winter feuchter und milder. Zunehmende Extremwetterereignisse wie Hochwasser und Hitzewellen stellen auch die Wasserversorgung vor Herausforderungen. Wir machen uns daher jetzt bereits Gedanken, wie wir den Wasserbedarf unserer Kunden langfristig sichern. Sei es durch Kooperationen mit Nachbarversorgern oder einem weiteren Gewinnungsgebiet. Aktuell ist es wichtig für uns zu wissen, wie sich die Pegelstände des Grundwassers verhalten. Diese werden regelmäßig gemessen und ausgewertet.

Können Sie einen Ausblick in die Zukunft geben? Wie wird sich die Wasserversorgung, speziell in Biberach, verändern bzw. entwickeln?
Wir werden im Wasserbereich den Trend zu mehr Digitalisierung unseres Alltags ebenfalls mitgehen müssen. Viele kennen das vielleicht schon: Am Smartphone schnell den Zustand unserer Heizung einsehen. Die kleine Wetterstation im Garten meldet, ob es regnet und ein weiterer Sensor meldet, ob die Zimmerpflanze noch genug Wasser hat. Über den Wasserzähler spricht derzeit aber noch niemand. Die intelligente und bedarfsgerechte Steuerung von Anlagen und die Netzüberwachung werden gerade bei knapper werdender Ressource, sei es das Wasserdargebot, Personal und Material, immer wichtiger. Durch die Intelligenz des Wassernetzes können so Wasserverlust minimiert und ein kostenorientierter Betrieb erfolgen.

Planen Sie, nach der Pandemie wieder Führungen durch das Wasser- und Pumpwerk der e.wa riss anzubieten?
Ja, auf jeden Fall. Auch unsere Führungen für Schulklassen sehe ich als enorm wichtig an. Hier lernen bereits unsere Kleinen, was alles dafür getan wird, dass das Wasser sauber aus dem Wasserhahn kommt.

Übrigens: Regio TV hat vor drei Jahren einen kurzen Film bei einer Führung durch das Wasserwerk Lindele gedreht. Dieser heißt „Hinter den Kulissen eines Wasserwerks“ und ist auf der Website von Regio TV abrufbar. Wer sich also näher dafür interessiert, einfach mal reinklicken unter: https://www.regio-tv.de/mediathek/video/hinter-den-kulissen-eines-wasserwerks/.  

Bild: Was viele nicht wissen:
Das Wasser, das aus dem Biberacher Marktbunnen auf dem Marktplatz kommt, ist Trinkwasser der e.wa riss.
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